Das Verschließen wird bei Verpackungsprojekten manchmal unterschätzt. Steigt jedoch die Anzahl der Produkte, kommen weitere Gebindeformate hinzu oder wird eine gleichbleibende Schraubverschließung immer wichtiger, kann dieser Arbeitsschritt schnell zum Engpass werden.

Sollten Sie Ihre Gebinde weiterhin manuell verschließen? Auf eine halbautomatische Maschine umsteigen? Oder direkt eine automatische Lösung in eine Verpackungslinie integrieren?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Der richtige Automatisierungsgrad hängt von der Produktionsmenge, der Art des Verschlusses, dem Gebinde, der gewünschten Leistung und der betrieblichen Organisation ab.

Das Ziel besteht daher nicht unbedingt darin, möglichst viel zu automatisieren, sondern eine Lösung zu wählen, die den aktuellen Anforderungen entspricht und die geplante Weiterentwicklung der Produktion berücksichtigt.

Manuelles Verschließen: geeignet für Kleinserien und flexible Produktionsabläufe

Das manuelle Verschließen ist in bestimmten Situationen nach wie vor eine sinnvolle Lösung.

Bei kleineren Produktionsmengen lassen sich Dutzende oder Hunderte von Gebinden weiterhin manuell verschließen, insbesondere wenn viele verschiedene Produktvarianten und nur begrenzte Produktionsmengen verarbeitet werden.

Diese Lösung zeichnet sich durch ihre Einfachheit aus. Sie erfordert nicht unbedingt spezielle Anlagen und bietet eine hohe Flexibilität, wenn sich Gebindeformate oder Verschlüsse häufig ändern.

Mit steigenden Produktionsmengen stößt diese Flexibilität jedoch an ihre Grenzen.

Wann ist eine halbautomatische Lösung sinnvoll?

Der Umstieg auf eine halbautomatische Maschine ist häufig ein sinnvoller Zwischenschritt.

So bleibt eine gewisse Flexibilität erhalten, während der Verschließvorgang mechanisiert wird.

Beispielsweise positioniert der Bediener das Gebinde und den Verschluss, während die Maschine den Schraubverschließvorgang übernimmt.

Diese Arbeitsweise eignet sich besonders für Unternehmen, deren Produktionsmengen steigen, die aber noch keine vollständig automatisierte Verpackungslinie benötigen.

Halbautomatisches Verschließen für ein schrittweises Wachstum

Ein kleines oder mittelständisches Unternehmen kann zunächst nur den Arbeitsschritt automatisieren, der zunehmend zum Problem wird.

Das ist ein wichtiger Punkt: Es ist nicht notwendig, den gesamten Verpackungsprozess auf einmal zu automatisieren.

Wenn die Abfüllung weiterhin manuell bewältigt werden kann, das Verschrauben jedoch zu viel Zeit in Anspruch nimmt, kann eine halbautomatische Schraubverschließmaschine bereits eine konkrete Lösung bieten.

Dieser Ansatz ermöglicht es außerdem, die technische Ausstattung schrittweise an die Entwicklung des Unternehmens anzupassen.

Welche Anzeichen sprechen dafür, das Verschließen zu automatisieren?

Mehrere Faktoren können darauf hindeuten, dass die bestehende Ausstattung überprüft werden sollte.

1. Das Verschließen verlangsamt die Produktion

Wenn sich bereits abgefüllte Gebinde vor dem Verschließvorgang ansammeln, wird dieser Arbeitsschritt zum Engpass.

In diesem Fall empfiehlt es sich, die tatsächliche Leistung der einzelnen Verpackungsschritte zu analysieren.

2. Die Anzahl der Gebinde steigt

Eine Methode, die bei 100 Gebinden pro Tag problemlos funktioniert, kann bei mehreren Tausend Gebinden täglich an ihre Grenzen stoßen.

Die Herausforderung ergibt sich dabei nicht unbedingt aus dem Produkt selbst, sondern aus der zu verarbeitenden Menge.

3. Eine gleichbleibende Schraubverschließung wird wichtiger

Beim manuellen Verschließen lässt sich nicht immer gewährleisten, dass jeder Verschluss mit derselben Wiederholgenauigkeit angebracht wird.

Eine mechanisierte Lösung ermöglicht eine bessere Kontrolle des Schraubvorgangs – abhängig von der gewählten Technologie und Maschinenkonfiguration.

4. Die Bediener verbringen zu viel Zeit mit diesem Arbeitsschritt

Wenn ein erheblicher Teil der Arbeitszeit für das Verschließen benötigt wird, kann die Automatisierung dazu beitragen, die Bediener für andere Aufgaben einzusetzen.

5. Abfüllung und Etikettierung sind bereits automatisiert

Wenn eine Abfüllmaschine und eine Etikettiermaschine bereits automatisch arbeiten, kann das manuelle Verschließen zum Arbeitsschritt werden, der den gesamten Prozess ausbremst.

In diesem Fall kann die Integration einer Schraubverschließlösung besonders sinnvoll sein.

Welche Vorteile bietet eine halbautomatische Schraubverschließmaschine?

Eine halbautomatische Schraubverschließmaschine mechanisiert den Vorgang, während der Bediener weiterhin eingebunden bleibt.

Sie eignet sich besonders, wenn eine höhere Prozesskonstanz erforderlich ist, eine vollständige Automatisierung aber noch nicht gerechtfertigt ist.

Darüber hinaus kann sie einen ersten Schritt auf dem Weg zu einer schrittweisen Automatisierung darstellen.

Die Auswahl der Maschine hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Art des Verschlusses;
  • Gebindeart;
  • Verschlussdurchmesser;
  • Verschlussprinzip;
  • gewünschtem Anzugsmoment;
  • angestrebter Produktionsleistung;
  • Häufigkeit der Formatwechsel.

Wann lohnt sich der Umstieg auf eine automatische Schraubverschließmaschine?

Eine automatische Lösung ist besonders interessant, wenn Produktionsmengen und betriebliche Anforderungen den manuellen Arbeitsaufwand zu hoch werden lassen.

Eine automatische Schraubverschließmaschine kann dann in einen kontinuierlichen Produktionsablauf integriert werden.

Das Gebinde wird über das Förderband zugeführt, der Verschluss bereitgestellt und der Schraubvorgang entsprechend der Maschinenkonfiguration automatisch ausgeführt.

Der Vorteil besteht darin, einen manuellen Arbeitsschritt zu reduzieren und das Verschließen mit den übrigen Verpackungsschritten zu synchronisieren.

Unser Sortiment an Verschließmaschinen, Schraubverschließmaschinen und Kapselverschließmaschinen umfasst verschiedene Lösungen für Projekte mit unterschiedlichen Gebinde- und Verschlussanforderungen.

Nicht jeder Verschluss wird auf dieselbe Weise angebracht

Der Begriff „Verschließen“ umfasst in der Praxis verschiedene Arbeitsvorgänge.

Ein Schraubverschluss erfordert eine andere Maschine als eine Kapsel oder ein Stopfen, der in das Gebinde eingedrückt wird.

Deshalb muss zunächst genau bestimmt werden, welcher Verschlusstyp verwendet wird.

Schraubverschlüsse

Der Verschluss wird durch Drehen angebracht. Dafür kommt eine Schraubverschließmaschine zum Einsatz.

Unsere Maschinen VS2000 und VS600 veranschaulichen unterschiedliche Ansätze für das automatische Verschrauben.

Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt vom Gebinde, vom Verschluss und von den Produktionsanforderungen ab.

Eindrückverschlüsse

Manche Verschlüsse werden lediglich positioniert und auf das Gebinde gedrückt.

Hier unterscheidet sich das mechanische Prinzip vom Schraubverschließen.

Unsere VST ist eine automatische Maschine zur Zuführung und zum Eindrücken von T-Korken.

Dieses Beispiel zeigt, warum es wichtig ist, von einer Verschlusstechnologie zu sprechen und nicht nur allgemein von einer „Verschließmaschine“.

Kapseln

Auch für Kapseln kann je nach Ausführung ein spezielles Verfahren erforderlich sein.

Eine Kapselverschließmaschine muss daher entsprechend dem verwendeten Verschlusstyp und dem gewünschten Ergebnis ausgewählt werden.

Sollte nur der Verschließvorgang automatisiert werden?

Nicht unbedingt.

Die Automatisierung kann schrittweise erfolgen.

Ein Unternehmen kann zunächst die Abfüllung mechanisieren, anschliessend das Verschließen und schliesslich die Etikettierung. So lässt sich die Investition an das Wachstum der Produktion anpassen.

Ist ein Projekt dagegen bereits ausreichend ausgereift, kann es sinnvoller sein, direkt eine komplette Verpackungslinie zu planen.

Dabei lassen sich mehrere Arbeitsschritte miteinander kombinieren, beispielsweise Abfüllen, Verschrauben und Etikettieren.

Unsere komplette Verpackungslinie K-Net Auto – VS400 – Ninon Mix veranschaulicht diesen Ansatz mit aufeinanderfolgenden Stationen für die Abfüllung, das Verschrauben und die Etikettierung.

Manuelles, halbautomatisches oder automatisches Verschließen: Welche Lösung ist die richtige?

Die Entscheidung lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Lösung Besonders geeignet, wenn …
Manuelles Verschließen die Produktionsmengen gering, die Serien kurz und die Flexibilität besonders wichtig sind.
Halbautomatisches Verschließen die Produktion zunimmt und der Arbeitsschritt mechanisiert werden soll, während der Bediener weiterhin eingebunden bleibt.
Automatisches Verschließen Produktionsmengen, Anforderungen an die Prozesskonstanz und die Integration in den übrigen Verpackungsprozess eine vollständige Automatisierung rechtfertigen.

Diese Tabelle bietet eine erste Orientierung. Die tatsächliche Entscheidung hängt vom Verschluss, vom Gebinde, von der gewünschten Produktionsleistung und vom gesamten Prozess ab.

 

Der Wechsel vom manuellen zum halbautomatischen oder automatischen Verschließen ist nicht allein eine Frage der Produktionsmenge.

Entscheidend sind vor allem Zeitaufwand, Prozesskonstanz, Organisation und die Weiterentwicklung des Verpackungsprozesses.

Bei kleinen Produktionsmengen kann das manuelle Verschließen weiterhin vollkommen ausreichend sein. Steigen die Mengen, kann eine halbautomatische Lösung den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen. Muss das Verschließen schliesslich kontinuierlich mit der Abfüllung und Etikettierung zusammenarbeiten, kann eine automatische, in eine Verpackungslinie integrierte Lösung sinnvoll werden.

Wir analysieren solche Projekte anhand des Produkts, des Gebindes, des Verschlusses und der Produktionsziele, um den tatsächlich erforderlichen Automatisierungsgrad zu bestimmen.

Dauert das Verschließen zu lange oder bremst es Ihre Produktion aus? Sprechen wir über Ihre Gebinde, Verschlüsse und Produktionsmengen, um die Verschließlösung zu finden, die am besten zur Weiterentwicklung Ihres Unternehmens passt.

FAQ: Manuelles, halbautomatisches oder automatisches Verschließen

Wann sollte man vom manuellen zum halbautomatischen Verschließen wechseln?

Ein Umstieg auf halbautomatisches Verschließen kann sinnvoll sein, wenn der Arbeitsvorgang zu viel Zeit beansprucht, die Produktionsmengen steigen oder eine gleichbleibende Verschlussqualität immer wichtiger wird.

Wann ist eine automatische Schraubverschließmaschine sinnvoll?

Eine automatische Schraubverschließmaschine eignet sich insbesondere dann, wenn das Verschließen in einen automatisierten Produktionsablauf integriert werden soll oder die Produktionsmengen den manuellen Arbeitsaufwand zu hoch werden lassen.

Benötigt auch ein kleines Unternehmen eine Verschließmaschine?

Ja. Entscheidend sind weniger die Unternehmensgröße als vielmehr der Zeitaufwand für das Verschließen, die gewünschte Prozesskonstanz und die Organisation der Produktion.

Kann ausschliesslich das Verschließen automatisiert werden?

Ja. Ein Unternehmen kann seinen Verpackungsprozess schrittweise automatisieren und zunächst den Arbeitsschritt mechanisieren, der den größten Engpass darstellt.

Welche Maschine eignet sich für Schraubverschlüsse?

Die Auswahl hängt unter anderem von der Art und den Abmessungen des Verschlusses, dem Gebinde, der Produktionsleistung und der gewünschten Maschinenkonfiguration ab. Eine Analyse des Produkts und des Verschlusses hilft dabei, die passende Lösung zu bestimmen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Schraubverschließmaschine und einer Kapselverschließmaschine?

Eine Schraubverschließmaschine verschliesst Gebinde durch das Drehen eines Schraubverschlusses. Eine Kapselverschließmaschine ist für einen anderen Verschlusstyp ausgelegt, abhängig von der Ausführung der Kapsel und dem verwendeten Verfahren.

Kann eine Schraubverschließmaschine in eine komplette Verpackungslinie integriert werden?

Ja. Eine Schraubverschließmaschine kann zwischen der Abfüllung und der Etikettierung integriert werden, um mehrere aufeinanderfolgende Verpackungsschritte zu automatisieren.

Muss der gesamte Verpackungsprozess gleichzeitig automatisiert werden?

Nein. Die Automatisierung kann schrittweise erfolgen. Die passende Lösung hängt von den Prioritäten des Unternehmens, den aktuellen Produktionsmengen und der erwarteten Produktionsentwicklung ab.