Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel umfasst eine große Vielfalt an Produkten: Kapseln, Tabletten, Pulver oder auch Öle, die in kleinen Fläschchen abgefüllt werden. Diese Vielfalt spiegelt sich unmittelbar in den Anforderungen an die Verpackung wider. Eine Lösung, die für Tabletten geeignet ist, erfüllt nicht zwangsläufig die Anforderungen eines flüssigen Nahrungsergänzungsmittels. Auch die bevorzugten Anlagen unterscheiden sich je nach Produktionsvolumen.
Die Verpackung von Nahrungsergänzungsmitteln beschränkt sich jedoch nicht auf die Auswahl einer Zählmaschine, einer Abfüllmaschine oder einer Etikettiermaschine. Auch Hygieneanforderungen, Rückverfolgbarkeit, Chargenidentifikation und Verbraucherinformationen müssen berücksichtigt werden.
In Europa unterliegen Nahrungsergänzungsmittel den lebensmittelrechtlichen Vorschriften und spezifischen Regelungen hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Aufmachung und Kennzeichnung. Hersteller und Verarbeiter müssen zudem die Rückverfolgbarkeit der Produkte sicherstellen.
Für Hersteller besteht die Herausforderung daher darin, ein Gleichgewicht zwischen Präzision, Hygiene, Rückverfolgbarkeit, Prozesssicherheit, Flexibilität und Automatisierungsgrad zu finden.
Warum ist die Verpackung bei Nahrungsergänzungsmitteln eine Herausforderung?
Der Verpackungsprozess umfasst mehrere Schritte: das Zählen oder Dosieren des Produkts, das Verschließen oder Verschrauben sowie die Etikettierung. Jede dieser Operationen hat Einfluss auf die gleichbleibende Qualität des fertigen Produkts.
Die Auswahl der Maschinen sollte daher nicht ausschließlich von der gewünschten Leistung abhängen. Ebenso berücksichtigt werden sollten:
- die Form des Nahrungsergänzungsmittels;
- seine physikalischen Eigenschaften;
- die Art und das Format des Behälters;
- die Materialien, die mit dem Produkt in Kontakt kommen;
- die Reinigungs- und Formatwechselprozesse;
- das Verschlusssystem;
- die Art des anzubringenden Etiketts;
- die Anforderungen an Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit;
- die Anzahl der zu verpackenden Produktvarianten;
- das aktuelle Produktionsvolumen und dessen zukünftige Entwicklung.
Erst diese ganzheitliche Betrachtung ermöglicht es, die am besten geeignete Maschine zu bestimmen.
Hygiene und Verpackung: Warum spielt die Konstruktion der Anlagen eine Rolle?
Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 verpflichtet Lebensmittelunternehmer dazu, geeignete Maßnahmen zur Beherrschung der ermittelten Risiken umzusetzen. Räumlichkeiten, Ausrüstungen und Anlagen müssen so konzipiert und instand gehalten werden, dass das Risiko einer Kontamination von Lebensmitteln begrenzt wird.
Bei Verpackungsmaschinen bedeutet dies, dass insbesondere auf die Reinigungsfreundlichkeit, die verwendeten Materialien und die Vermeidung unnötiger Handhabungen geachtet werden muss. Diese Aspekte spielen eine besondere Rolle, wenn unser F&E-Team unsere Verpackungsmaschinen entwickelt. Ein Produkt- oder Rezepturwechsel muss unter geeigneten Bedingungen durchgeführt werden können, einschließlich der im Prozess vorgesehenen Reinigungs- und Kontrollmaßnahmen.
Unsere C-Pills Auto wurde unter anderem mit besonderem Augenmerk auf die Reinigungsfreundlichkeit entwickelt, wodurch Format- und Produktwechsel erleichtert werden. Die Maschine ist für das automatische Zählen von Kapseln und Tabletten ausgelegt.
Kapseln und Tabletten: Die Herausforderung beim Zählen
Bei Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Kapseln oder Tabletten beginnt der Verpackungsprozess mit dem Zählen.
Dieser Vorgang erfordert eine hohe Regelmäßigkeit: Jeder Behälter muss die vorgesehene Anzahl an Einheiten enthalten. Bei einer kleineren Produktion kann eine halbautomatische Zählung mit unserer C-Pills dazu beitragen, diesen Arbeitsschritt zu mechanisieren und gleichzeitig eine gewisse Flexibilität zu bewahren.
Wenn die Produktionsmengen steigen, kann auf eine automatisierte Lösung umgestellt werden. Unsere C-Pills Auto ist eine automatische Zählmaschine für Kapseln und überzogene Tabletten. Sie arbeitet unter anderem mit einem Vibrationstrichter und einem Zählsystem mit Laservorhang. Die Maschine verfügt über eine Edelstahlkonstruktion. Die produktberührenden Teile bestehen aus für diese Anwendung geeigneten Materialien, darunter POM-C-Kunststoff.
Der Zählvorgang kann anschließend mit weiteren Verpackungsschritten kombiniert werden. Wir bieten beispielsweise eine Linie bestehend aus C-Pills Auto, VS 2000 und Ninon 2500 an, mit der das Zählen, Verschließen und Etikettieren der Fläschchen nacheinander durchgeführt werden kann.
Dieser Ansatz ist besonders interessant, wenn das Ziel darin besteht, die manuellen Handhabungen zwischen den einzelnen Prozessschritten zu reduzieren. Diese Linie ist insbesondere für die pharmazeutische und die Lebensmittelindustrie, den Veterinärbereich sowie für Nahrungsergänzungsmittel vorgesehen. Sie kann zudem durch zusätzliche Lösungen wie Kennzeichnungssysteme und Zuführtische ergänzt werden.
Flüssige Nahrungsergänzungsmittel: Die Abfüllung an das Produkt anpassen
Nahrungsergänzungsmittel können auch in flüssiger Form angeboten werden. Es gibt keine universell einsetzbare Dosiertechnologie: Die Viskosität, das Verhalten des Produkts, das abzufüllende Volumen und der verwendete Behälter sind allesamt Parameter, die bei der Auswahl einer Abfüllmaschine berücksichtigt werden müssen.
Für ein Unternehmen, das mit der Produktion beginnt oder kleine Serien herstellt, kann eine halbautomatische Lösung wie die K-One einen ersten Schritt darstellen. Bei höheren Produktionsmengen kann dagegen eine automatische Abfüllmaschine wie die K-Line S, die in eine Linie integriert wird, erforderlich sein.
Unsere Abfüllmaschinen-Produktpalette ermöglicht unterschiedliche Konfigurationen, die an die jeweiligen Produkte und Anforderungen angepasst werden können. Die Auswahl des Dosiersystems sollte sowohl auf Grundlage des Produktionsprozesses als auch unter Berücksichtigung der mit dem jeweiligen Produkt verbundenen Hygiene- und Reinigungsanforderungen erfolgen.
Verschließen und Verschrauben: Einen durchgängigen Verpackungsprozess sicherstellen
Nach dem Abfüllen oder Zählen folgt das Verschließen des Behälters. Abhängig von der Art des Verschlusses kann hierfür ein Aufsetzen, Aufdrücken oder Verschrauben erforderlich sein. Unsere Maschinen sind darauf ausgelegt, diese unterschiedlichen Verschlussarten abzudecken.
Bei Fläschchen für Nahrungsergänzungsmittel kann insbesondere das Verschrauben automatisiert werden, um manuelle Handhabungen zu reduzieren und diesen Prozessschritt gleichmäßig zu gestalten. Unsere VS 2000 ist eine automatische Verschraubmaschine, die die Verschlüsse den Behältern zuführt und anschließend automatisch verschraubt.
Etikettierung: Sicherheit gewährleisten, informieren und zur Rückverfolgbarkeit beitragen
Bei Nahrungsergänzungsmitteln spielt das Etikett eine besonders wichtige Rolle. Es dient nicht ausschließlich dazu, Marke und Produkt dem Verbraucher zu präsentieren. Die gesetzlichen Vorschriften sehen spezifische Angaben für Nahrungsergänzungsmittel vor, insbesondere hinsichtlich der empfohlenen täglichen Verzehrmenge, bestimmter Warnhinweise sowie der Art der Nährstoffe oder Substanzen, die das Produkt charakterisieren.
Die ausgewählte Anlage muss eine gleichmäßige Positionierung der Etiketten ermöglichen und gleichzeitig für das Format des Behälters geeignet sein. Für kleinere Produktionsmengen können wir beispielsweise auf die Ninette Auto Mini zurückgreifen, eine halbautomatische Etikettiermaschine für kleine zylindrische Produkte.
Wenn die Produktionsmengen steigen, bieten wir beispielsweise die automatische Etikettiermaschine Ninon 2500 an, die für hohe Produktionsvolumina und unterschiedliche Formate ausgelegt ist.
Darüber hinaus ist die Rückverfolgbarkeit eine grundlegende Anforderung der Lebensmittelgesetzgebung. Aus diesem Grund kann eine Verpackungslinie zusätzlich zur Etikettierung mit Kennzeichnungssystemen ausgestattet werden, um beispielsweise eine Chargennummer, ein Datum, einen Barcode oder andere Rückverfolgbarkeitsdaten aufzubringen.
Monoblock oder komplette Linie: Welcher Ansatz ist sinnvoll?
Die Entscheidung zwischen einzelnen Maschinen, einer kompletten Linie und einem Monoblock hängt in erster Linie vom Produkt und den Anforderungen des Projekts ab.
Ein Monoblock ermöglicht es, die Prozesse Abfüllen, Verschließen und Etikettieren in einer einzigen Anlage zu kombinieren. Für bestimmte flüssige Produkte, die in Fläschchen abgefüllt werden, kann diese 3-in-1-Konfiguration besonders sinnvoll sein. Eine komplette Linie bietet dagegen mehr Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration der einzelnen Stationen. Sie ermöglicht außerdem, eine Anlage schrittweise weiterzuentwickeln, indem bei steigenden Anforderungen zusätzliche Maschinen oder Module ergänzt werden. Unsere Experten begleiten Sie bei jedem dieser Entwicklungsschritte.
Die richtige Anlage ist nicht unbedingt diejenige, die die meisten Prozesse automatisiert, sondern diejenige, die den tatsächlichen Anforderungen, den Hygienevorgaben und den zukünftigen Entwicklungsperspektiven entspricht. Kapseln und Tabletten erfordern eine geeignete Zähllösung. Bei flüssigen Nahrungsergänzungsmitteln muss dagegen insbesondere die Dosierung berücksichtigt werden. In beiden Fällen müssen das Verschließen, Verschrauben und Etikettieren anschließend sinnvoll in den Gesamtprozess integriert werden. Die Verpackung muss zudem Teil eines ganzheitlichen Konzepts zur Sicherstellung der hygienischen Prozessbedingungen sein. Die Reinigungsfreundlichkeit der Anlagen, die Reduzierung manueller Handhabungen, das Management von Produkt- und Formatwechseln sowie die Chargenidentifikation sind allesamt Aspekte, die wir bei der Begleitung Ihres Projekts berücksichtigen.
Sie suchen nach einer Lösung zur Automatisierung der Verpackung Ihrer Nahrungsergänzungsmittel? Teilen Sie uns Ihre Anforderungen mit: Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen die für Ihr Projekt am besten geeignete Konfiguration.
FAQ: Verpackung von Nahrungsergänzungsmitteln
Welche Maschine eignet sich für die Verpackung von Kapseln oder Tabletten?
Bei Kapseln und Tabletten beginnt der Verpackungsprozess mit dem Zählen. Dieser Vorgang kann mit einer halbautomatischen Zählmaschine wie der C-Pills oder einer automatischen Lösung wie der C-Pills Auto durchgeführt werden.
Wie lässt sich die Verpackung eines flüssigen Nahrungsergänzungsmittels automatisieren?
Zunächst müssen die Eigenschaften des Produkts untersucht werden, insbesondere seine Viskosität und sein Verhalten während der Dosierung sowie das abzufüllende Volumen. Diese Faktoren ermöglichen es, die am besten geeignete Abfülltechnologie zu bestimmen.
Kann das Verschließen von Fläschchen für Nahrungsergänzungsmittel automatisiert werden?
Ja. Unabhängig von der Art des Verschlusses bieten unsere Maschinen leistungsfähige Verpackungslösungen. Das Verschließen oder Verschrauben kann vollständig integriert werden, um manuelle Handhabungen zu reduzieren.
Kann nur ein Teil des Verpackungsprozesses von Nahrungsergänzungsmitteln automatisiert werden?
Ja. Ein Unternehmen kann beispielsweise zunächst das Zählen, Abfüllen oder Etikettieren automatisieren und seine Anlage anschließend entsprechend den wachsenden Anforderungen weiterentwickeln.
Welche Etikettiermaschine eignet sich für kleine Fläschchen mit Nahrungsergänzungsmitteln?
Die Auswahl hängt insbesondere vom Format des Fläschchens, der Art des Etiketts und der erforderlichen Leistung ab. Für kleinere Produktionsmengen kann eine Lösung wie die Ninette Auto geeignet sein. Bei höheren Produktionsleistungen kann dagegen die automatische Etikettiermaschine Ninon 2500 in Betracht gezogen werden.
Ist eine komplette Verpackungslinie nur für große Unternehmen geeignet?
Nein. Der Automatisierungsgrad sollte vor allem den tatsächlichen Anforderungen entsprechen. Eine komplette Linie kann sinnvoll sein, wenn mehrere Prozessschritte automatisiert und aufeinander abgestimmt werden müssen. Ein wachsendes Unternehmen kann jedoch auch zunächst auf einzelne Maschinen setzen und seine Anlage schrittweise weiterentwickeln.






